QiGong bitte lesen

Qigong – Bewegung, Atmung und innere Balance

氣功(Qigong)

„Wo die Aufmerksamkeit hingeht, da fließt das Qi.“

Qigong ist eine jahrhundertealte chinesische Übungsmethode, bei der sanfte Bewegungen, bewusste Atmung, Körperhaltung und Konzentration miteinander verbunden werden. Die Übungen werden langsam und kontrolliert ausgeführt und können im Stehen, Sitzen oder – je nach Übung – auch in anderen Positionen durchgeführt werden.

Dabei geht es nicht darum, möglichst schnell, stark oder leistungsorientiert zu trainieren. Vielmehr steht die bewusste Wahrnehmung des eigenen Körpers im Mittelpunkt.

Qigong lädt dazu ein, für einen Moment aus dem Alltag herauszutreten, den Atem bewusst wahrzunehmen und die eigenen Bewegungen mit Ruhe und Aufmerksamkeit auszuführen.

Wobei kann Qigong unterstützen?

Qigong kann eine wertvolle Ergänzung zu einem aktiven und gesundheitsbewussten Alltag sein. Regelmäßiges Üben kann unter anderem dazu beitragen,

  • Stress und innere Anspannung zu reduzieren,
  • Ruhe und Entspannung zu fördern,
  • die Körperwahrnehmung und Konzentration zu verbessern,
  • Beweglichkeit und Gleichgewicht zu unterstützen,
  • einen bewussteren Umgang mit Atmung und Körperhaltung zu entwickeln,
  • das allgemeine Wohlbefinden und die Lebensqualität zu unterstützen.

Auch für Menschen, die sich nicht mehr intensiv sportlich betätigen können oder möchten, kann Qigong interessant sein. Viele Übungen sind sanft und lassen sich an die persönlichen körperlichen Möglichkeiten anpassen.

Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen bei verschiedenen Personengruppen mögliche positive Effekte, beispielsweise auf körperliche Funktion, Gleichgewicht, Lebensqualität und bestimmte Beschwerden. Die Stärke der wissenschaftlichen Belege ist allerdings je nach Anwendungsbereich unterschiedlich. Qigong sollte deshalb nicht als Ersatz für eine medizinische Behandlung, sondern als ergänzende Bewegungs- und Entspannungsmethode verstanden werden.

Warum Qigong unter Anleitung lernen?

Qigong sieht auf den ersten Blick einfach aus – und genau darin liegt eine Besonderheit.

Eine Bewegung langsam auszuführen bedeutet nicht automatisch, sie auch richtig auszuführen. Entscheidend sind unter anderem Körperhaltung, Bewegungsablauf, Atmung, Entspannung und Aufmerksamkeit.

Eine qualifizierte Anleitung hilft dabei,

  • Bewegungen richtig kennenzulernen,
  • unnötige Anspannung zu vermeiden,
  • die Atmung sinnvoll mit den Bewegungen zu verbinden,
  • Übungen an die eigenen körperlichen Möglichkeiten anzupassen,
  • Fehlhaltungen und Überlastungen zu vermeiden,
  • die eigene Körperwahrnehmung Schritt für Schritt zu entwickeln.

Gerade am Anfang ist es hilfreich, wenn jemand die Bewegungen beobachtet, korrigiert und verständlich erklärt. So entsteht nach und nach ein Gefühl dafür, wie sich eine Übung richtig und angenehm anfühlen kann.

Auch gesundheitliche Besonderheiten sollten berücksichtigt werden. Qigong gilt grundsätzlich als eine eher sichere Bewegungsform, dennoch können bestimmte Übungen bei bestehenden Beschwerden angepasst oder vermieden werden müssen. Bei gesundheitlichen Einschränkungen oder besonderen Situationen sollte deshalb gegebenenfalls vorher ärztlicher Rat eingeholt werden.

Qigong bedeutet: zur Ruhe kommen und gleichzeitig in Bewegung bleiben

Qigong verbindet zwei Dinge, die im hektischen Alltag häufig voneinander getrennt sind:

Bewegung und Ruhe.

Der Körper bewegt sich, während der Geist aufmerksam und ruhig bleibt. Die Atmung begleitet die Bewegung und hilft dabei, die Aufmerksamkeit nach innen zu richten.

Es geht nicht darum, etwas erzwingen zu müssen.

Es geht darum, den eigenen Körper wahrzunehmen, Bewegungen bewusster auszuführen und Schritt für Schritt ein besseres Gefühl für das eigene Gleichgewicht zwischen Anspannung und Entspannung zu entwickeln.

Qigong ist kein Leistungssport.

Jeder Mensch bringt andere Voraussetzungen mit. Deshalb geht es im Qigong nicht darum, eine Bewegung perfekt aussehen zu lassen.

Es geht darum, die Bewegung für den eigenen Körper passend zu gestalten.

Unter fachkundiger Anleitung kann Qigong so zu einer ruhigen, bewussten und wohltuenden Form der Bewegung werden – unabhängig davon, ob man bereits sportlich aktiv ist oder ganz neu beginnt.

 

Gibt es Menschen, die kein Qigong machen sollten?

Qigong ist eine sanfte Bewegungsform und wird von vielen Menschen gut vertragen. Trotzdem gibt es Situationen, in denen Qigong nicht oder nur nach vorheriger Rücksprache mit einer Ärztin oder einem Arzt durchgeführt werden sollte.

Besonders wichtig ist dies bei:

  • akuten Erkrankungen oder Infekten, insbesondere wenn Fieber oder starke körperliche Schwäche besteht,
  • akuten Herz-Kreislauf-Beschwerden, beispielsweise ungeklärten Brustschmerzen, ausgeprägter Atemnot oder Kreislaufproblemen,
  • starkem Schwindel oder wiederholter Ohnmacht,
  • akuten Verletzungen oder starken Schmerzen, bei denen bestimmte Bewegungen die Beschwerden verstärken könnten,
  • frischen Operationen, wenn die körperliche Belastbarkeit noch eingeschränkt ist,
  • Schwangerschaft, da bestimmte Bewegungen angepasst oder vermieden werden müssen,
  • schweren oder instabilen gesundheitlichen Erkrankungen, bei denen körperliche Belastung individuell abgestimmt werden sollte.

Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass diese Menschen grundsätzlich auf Qigong verzichten müssen. Häufig können Übungen angepasst, vereinfacht oder im Sitzen durchgeführt werden. Entscheidend ist die individuelle gesundheitliche Situation.

Besonders wichtig: auf den eigenen Körper hören

Qigong sollte niemals unter dem Motto „durchhalten um jeden Preis“ durchgeführt werden.

Während einer Übung auftretender Schwindel, starke Atemnot, ungewöhnliche Schmerzen, Brustschmerzen oder ein deutliches Unwohlsein sind Signale, die Übung sofort zu unterbrechen und gegebenenfalls medizinisch abklären zu lassen.

Eine gute Anleitung berücksichtigt deshalb nicht nur den Bewegungsablauf, sondern auch die individuellen körperlichen Voraussetzungen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Qigong ersetzt keine medizinische Behandlung

Qigong kann eine sinnvolle Ergänzung zu Bewegung, Entspannung und Gesundheitsförderung sein. Es ersetzt jedoch keine ärztliche Untersuchung oder medizinische Behandlung. Bei bestehenden Erkrankungen sollte vor Beginn eines neuen Bewegungsprogramms gegebenenfalls mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt gesprochen werden.

Unser Grundsatz:
Qigong soll dem Menschen angepasst werden – nicht der Mensch der Übung.

So kann Qigong für viele Menschen zu einer achtsamen und wohltuenden Form der Bewegung werden.